Hans Loeb wuchs im Geschäftshaus seiner Eltern auf. Der Kirchplatz nebenan war sein Spielplatz. In Vlotho verbrachte der Junge jüdischen Glaubens eine sorglose Kindheit. Als junger Mann emigrierte er in die USA. Alle seine Verwandten fanden in den Konzentrationslagern den Tod. Hans Loeb kam zurück und reichte die Hand zur Versöhnung. 1991 wurde ihm die Ehrenbürgerschaft seiner Heimatstadt verliehen
.Auf Initiative der von seinem späteren Freund Helmut Urbschat mitbegründeten Mendel-Grundmann-Gesellschaft (MGG) ist der Kirchplatz St. Stephan am 10. November 2025 in Hans-Loeb-Platz umbenannt worden – exakt 77 Jahre, nachdem das Haus seiner Eltern von SA-Leuten überfallen und verwüstet worden war.
Die von der Mendel-Grundmann-Gesellschaft und der Kirchengemeinde veranstaltete Gedenkfeier für die Opfer der „Reichspogramnacht“ fand in diesem Jahr vor der Kirche St. Stephan statt und fand den Abschluss am Synagogen-Gedenkstein vor dem Weser-Center.
Nach Wortbeiträgen von MGG-Vorsitzender Angela Winkler, Bürgermeister Rocco Wilken und Pfarrer i.R. Winfried Reuter verlasen Schülerinnen und Schüler des Weser-Gymnasiums und der Weser-Sekundarschule die Namen der 43 Holocaust-Opfer dieser Stadt und entzündeten Kerzen.
Gedenkstunde zum Gedenken an die Zerstörung der Vlothoer Synagoge am 10.11.2025
Schülerinnen und Schüler der Vlothoer Schulen verlesen die 43 Namen der Vlothoer Jüdinnen und Juden, die während der Nazi-Herrschaft ermordet wurden.
Helmut Urbschat hatte in den 60er Jahren Kontakt mit Hans Loeb aufgenommen. 60 Jahre später ist er dabei, als der Kirchplatz den Namen seines Freundes erhält.