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Willkommen


Herzlich willkommen auf der Internetseite der Mendel-Grundmann-Gesellschaft e.V. Vlotho.

Sie interessieren sich für jüdische Regionalgeschichte? Dann sind Sie hier richtig!

Die Mendel-Grundmann-Gesellschaft e. V. beschäftigt sich seit 50 Jahren mit der Geschichte der Juden in unserer Stadt Vlotho/Weser. Wenn Sie sich über uns und unsere Arbeit informieren wollen, finden Sie viel Lesenswertes auf dieser Homepage...


Herzliche Einladung zu unseren Veranstaltungen:

21./22. 3. 2015        Bildungsreise: Auf jüdischen Spuren in Ostfriesland

12. 5. 2015              19.30 Uhr Jahreshauptversammlung Ev.-ref. Gemeindehaus Moltkestr.

20. 10. 2015            19.30 Uhr: 50 Jahre Mendel-Grundmann-Gesellschaft, Gemeindehaus St. Stephan 

10. 11. 2015            12 Uhr: Gedenken zum Novemberpogrom am Jüdischen Friedhof Wasserstraße mit Kranzniederlegung
 


Wir freuen uns auf zahlreiche Teilnehmende, denen die Erinnerung an die jüdische Geschichte Vlothos wichtig ist!

 


Ein Schaufenster gegen das Vergessen

Mendel-Grundmann-Gesellschaft erinnert in der Innenstadt an die jüdischen Mitbürger Vlothos

Vlotho(VZ). Die Mendel-Grundmann-Gesellschaft hält die Erinnerung an die früheren jüdischen Mitbürger Vlothos wach. Im Schaufenster des bislang leer stehenden Ladenlokals Lange Straße 142 ist jetzt die erste Dauerausstellung des Vereins eröffnet worden. Dieses Vereinsschaufenster soll dazu beitragen, dass das Schicksal der im Dritten Reich verfolgten und ermordeten Juden niemals in Vergessenheit gerät.

Im Beisein von Geschäftsmann Jürgen Meier und Andreas Mowe (Stadtmarketing), die sich beide um die Vermittlung von Leerständen kümmern, hat der Vorstand des gemeinnützigen Vereins Mendel-Grundmann-Gesellschaft die Präsentation vorgestellt. Vorsitzender Ralf Steiner, evangelischer Pfarrer in Exter, sagte: »Das Schaufenster ist jetzt unsere Visitenkarte.« Grüße überbrachte er vom Ehrenvorsitzenden Helmut Urbschat, der zur Eröffnung verhindert war.

Das Geschäftshaus von Fleischermeister Peter Wilke stand seit vielen Jahren leer. Es gehört inzwischen der Rehse-Gruppe (Burgstift). Das Schaufenster ist jetzt angemietet worden. Bei der Dekoration half die Firma Köster und Stuke und stiftete Stoffe und Gardinen. Versammlungen und Veranstaltungen des Vereins finden dort nicht statt.

Manfred Kluge hat die erste Ausstellung den wohl bekanntesten jüdischen Mitbürgern Vlothos gewidmet, den Inhabern des Kaufhauses Gustav Loeb und dem Ehrenbürger Hans Stephan Loeb, der sich sich in Amerika Stephen H. Loeb nannte.

Im Jahr 1965 nahm der Studienrat Helmut Urbschat Briefkontakt zu Stephen H. Loeb auf. Gemeinsam planten sie das Mahnmal am jüdischen Friedhof (1969). Das war der Anfang eines allmählichen Versöhnungsprozesses. 1965 ist auch das Gründungsjahr der Mendel-Grundmann-Gesellschaft, die nach einer Unterbrechung im Jahr 1988 zur Versöhnungswoche neu ins Leben gerufen wurde. Ralf Steiner: »Am 14. Oktober 2015 begehen wir nun das 50-jährige Bestehen des Vereins.«

Für eine wechselnde Ausstellung hat Manfred Kluge noch viele Ideen und viel Material parat: zunächst über die verschiedenen Familien, unter anderem über die Mosheims und Grundmanns, dann über das Schicksal jüdischer Kinder und Jugendlicher, im November ganz gewiss das Thema Synagoge und zerstörter Friedhof, schließlich auch über das jüdische Neujahrsfest.

Der kleine Verein mit gegenwärtig 43 Mitgliedern hofft, dass sich ihm weitere Vlothoer anschließen. In dem Schaufenster werden Zielsetzungen und Ansprechpartner genannt. Ausgestellt sind dort auch die Bücher des Vereins, die weiterhin im Buchhandel oder direkt bei den Vorstandsmitgliedern erhältlich sind: »Wir wollen weiterleben: Das Schicksal der jüdischen Familie Loeb, dokumentiert in Briefen und Selbstzeugnissen« (2003) sowie das vollständig überarbeitete Standardwerk »Sie waren Bürger unserer Stadt, Beiträge zur Geschichte der Juden in Vlotho« (2013).

Besonderes Augenmerk finden im Schaufenster die Dekorationsstücke wie der fünfarmige Leuchter und viele andere Gegenstände, die aus dem Nachlass des früheren Küsters von Valdorf, Günter Ueckermann, stammen. Er hatte viele Reisen nach Israel unternommen. Pfarrer Christoph Beyer, der der Mendel-Grundmann-Gesellschaft neuerdings als Schatzmeister angehört, hat diese Dekorationsstücke vermittelt. www.mendel-grundmann-gesellschaft.de

Quelle: Vlothoer Zeitung (Jürgen Gebhard, Reinhard Kehmeier)


Rarität aus dem Hause Loeb

Teller erinnert an jüdisches Leben in Vlotho

Vlotho(VZ). Gegenstände, die jüdisches Leben in Vlotho belegen, sind im Gegensatz zu schriftlichen Quellen sehr selten. Um so größer war die Freude beim Vorstand der Mendel-Grundmann-Gesellschaft, dass eine solche Rarität nun aufgetaucht ist: ein Kuchenteller aus dem Hause der Familie Loeb.

Ein solcher Fund ist deshalb so besonders, weil es bisher hauptsächlich schriftliche Quellen zur Geschichte der Vlothoer Juden gibt. Diese sind außerdem auch recht gut erforscht, wie die im Herbst erschienene Neuauflage von »Sie waren Bürger unserer Stadt« zeigt. Wie das ehemalige Vorstandsmitglied Manfred Kluge mitteilt, haben sich nun die guten Beziehungen der Mendel-Grundmann-Gesellschaft zum Dokumentationszentrum Alte Synagoge Petershagen wieder einmal bewährt. So habe Wolfgang Battermann, stellvertretender Vorsitzende des Petershäger Vereins, die Mendel-Grundmann-Gesellschaft darüber informiert, dass eine Bürgerin aus Bad Oeynhausen einen aus dem Hause Loeb stammenden Kuchenteller gestiftet hatte.

Zur offiziellen Übergabe des Tellers fuhren der Vorsitzende Ralf Steiner und Manfred Kluge gemeinsam mit der Stifterin Marianne Neander nach Petershagen. Dort berichtete Marianne Neander, wie der Kuchenteller in die Hände ihrer Mutter gekommen war: Ihre Mutter, Helene Zurheide (später verheiratete Möller) ging von 1930 bis 1934 bei der Maßschneiderin Reinert in Vlotho in die Lehre. Zu ihren Aufgaben gehörte es auch, Botengänge zu den Auftraggebern zu machen, so zum Beispiel zu den führenden jüdischen Textilgeschäften in Vlotho, zu Rüdenberg und Loeb. Als Dank bekam sie manchmal kleinere oder größere Geschenke: Teile zur Aussteuer, aber auch Porzellan. Vom Ehepaar Gustav und Helene Loeb, die in Vlotho das zweitgrößte Textilkaufhaus führten, erhielt sie, vielleicht zum Abschluss ihrer Lehrzeit, einen Kuchenteller »Rosenthal Ivory Bavaria« geschenkt. Ob der Teller aus dem Haushalt der Familie Loeb stammt, oder als Geschenk erworben wurde, kann nicht mehr geklärt werden. Manfred Kluge: »Etwas anderes aber kann der Teller bezeugen. Er verweist auf die Großzügigkeit, die der Familie Loeb eigen war. Wir erinnern daran, dass die Loebs ihre überwiegend christlichen Angestellten zu Weihnachten regelmäßig mit Geschenken bedachten.«

Helene Möller (geboren Zurheide), die 1988 verstorben ist, hat die Geschichte ihrer Tochter Marianne erzählt. Aber erst jetzt kam Marianne Neander nach Gesprächen mit ihrer Nachbarin auf die Idee, den Kuchenteller, der jahrelang in ihrem Wohnzimmerschrank gestanden hat, der Öffentlichkeit zu übergeben. Das Dokumentationszentrum Alte Synagoge Petershagen erschien als geeigneter Ort, um den Teller in einem angemessenen Rahmen zu präsentieren. Der Rosenthal-Teller, der Chanukka-Leuchter und passend dazu das neue Buch der Mendel-Grundmann-Gesellschaft bilden dort nun ein kleines Vlothoer Ensemble. In einem Begleittext wird auch kurz auf das Schicksal der jüdischen Familie Loeb eingegangen: »Loebs betrieben ein Textilkaufhaus in Vlotho, Lange Straße 104. Sie wurden deportiert und in Riga ermordet. Ihr Sohn Hans überlebte in den USA…«

Der Rosenthal-Teller soll demnächst nach Eröffnung des Schaufensters der Mendel-Grundmann-Gesellschaft, Lange Straße 142, in Vlotho gezeigt werden.

Quelle: Vlothoer Zeitung

 

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Mendel-Grundmann-Gesellschaft fuhr mit Bildungswerk HORIZONTE nach Erfurt

Interessante Fahrt unter Leitung von Ulrich Ammon und Ralf Steiner

Am Wochenende 20./21.April fuhr die Mendel-Grundmann-Gesellschaft mit insgesamt 15 TeilnehmerInnen „Auf jüdischen Spuren“ nach Erfurt. Die Ausarbeitung des Fahrtprgramms lag in den Händen des Vlothoer Bildungswerkes HORIZONTE e.V. mit seinem Motto „Der Weg ist das Ziel“. Von Kassel ging es nicht auf der Autobahn weiter, sondern durch den Kaufunger Wald, um den Hohen Meißner herum und die mittlere Werra aufwärts mitten durch die hübschen Fachwerkstädte Wanfried, Heldra und über die ehemalige Grenze weiter nach Treffurt und Creuzburg. Dort warteten im Burgrestaurant schon leckere Suppen zur Auswahl. Die Creuzburg über dem östlichen Werra-Ufer ist nicht nur als zeitweiliger Wohnsitz der heiligen Elisabeth von Thüringen bekannt, sondern beherbergte auch die Reformatoren Luther und Melanchthon. Dann ging es weiter nach Erfurt, zunächst ins Nikolai-Gästehaus, von dort mit der Stadtführerin zu Fuß in die Stadt, die im Mittelalter eine große jüdische Gemeinde beheimatete. Die heute als jüdisches Museum genutzte Alte Synagoge ist die einzige bis zum Dachstuhl noch ursprünglich erhaltene Synagoge in Mitteleuropa. Ein 2 ½ stündige Stadtführung führte die Vlothoer Besucher nicht nur zur Alten und zur kleinen Synagoge, sondern folgte auch nichtjüdischen Spuren in der Stadt, die im später Mittelalter die viertgrößte Stadt im deutschsprachigen Mitteleuropa war. So spannte sich der Weg von der berühmten Krämerbrücke bis zum Domberg.

Der Sonntagvormittag galt der bedrückenden Führung bei „Topf und Söhne“, den Ofenbauern von Auschwitz. Der Vorsitzende der Fördervereins dieser Gedenkstätte, Rüdiger Bender, führte die Gruppe mit einer intensiven und engagierten Führung durch die Büroetage des früheren Firmengebäudes. Anhand zahlreicher erhaltener Dokumente, dabei umfangreicher Schriftverkehr zwischen der Firma und der SS in den Jahren 1942-1944 zeigen, wohin Geschäftsdenken und technischer Ehrgeiz Ingenieure und Techniker der Firma führten. Die Dokumente belegen weniger einen ausgeprägten Antisemitismus als vielmehr eine rein technokratische, menschlich pervertierte Denkweise über das eigene berufliche Handeln. Ehrgeizige Mitarbeiter der Firma entwickelten sogar aus eigenem Antrieb – ohne Auftrag der SS – noch effizientere Verbrennungsöfen und schlugen sie der SS zur Ausführung vor. Und das, obwohl den handelnden Mitarbeitern bekannt war, dass es sich im Lager Auschwitz-Birkenau und beim Einsatz ihrer Krematoriumsöfen um Menschenvernichtung im großen Stil handelte.

Die 30km Landstraße nach Gotha schufen ein wenig Abstand zu dieser betroffen machenden Gedenkstätte, ein Rundgang ums Schloss und ein Spaziergang hinunter in die hübsche Altstadt der ehemaligen Residenzstadt endeten im Ratskeller beim guten Mittagessen. Der Nachmittag stand im Zeichen der Wartburg, der Lutherstube und den Erläuterungen von Ralf Steiner zu Luther und von Claudia Steiner zum politisch motivierten Wartburgfest von Studenten und Professoren 1817.

Den Abschluss der inhaltsreichen Fahrt bildeten das Kaffeetrinken und ein Rundgang in der historischen Altstadt von Eisenach, bevor sich die Gruppe wieder auf den Heimweg nach Ostwestfalen machte.

 


 

Spendenkonto:

Mendel-Grundmann-Gesellschaft e. V. Vlotho

IBAN: DE 92 494 501 20 0 250 614 252, Konto: 250 614 252

BIC: WLAHDE44XXX, BLZ: 494 501 20, Sparkasse Herford

 

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